Bussana Vecchia

Schon seit langem steht dieser Ort auf unserem Plan- im April 2016 haben wir es dann endlich geschafft.

 

Bereits die Anreise ist ein kleines Abenteuer. Eine enge, ziemlich kurvige Straße führt steil den Berg hinauf. Ausweichmöglichkeiten gibt es kaum, was dazu führte, dass ich ständig hoffte, dass kein Gegenverkehr kommt :D. Endlich oben angekommen, haben wir auch schon bald einen Parkplatz gefunden, was auch nicht so leicht ist, da diese sehr rar sind.

 

Kaum aus dem Auto ausgestiegen, wird man schon von der leicht zauberhaften Atmosphäre begrüßt und man ahnt, dass man gleich Zeuge von etwas sehr Besonderem wird. Und der Eindruck täuscht nicht. Schon mit den ersten Schritten tritt man wie in eine andere Welt.

 

Bussana Vecchia wurde 1887 bei einem Erdbeben zerstört, woraufhin die Überlebenden weiter nach unten ins Tal siedelten und dort ein neues Bussana gründeten. Lange Zeit blieb die Geisterstadt daraufhin unbelebt, bis junge Künstler und Kunsthandwerker in den 60er Jahren die Ruinen besiedelten und hier ihre Ateliers in den Ruinen errichteten. Entstanden ist dabei ein wirklich originelles Dorf mit Cafés, Wohnungen und Werkstätten in den ehemaligen Mauern. Die hier produzierten Kunstwerke werden auch zum Verkauf angeboten.

 

Dieser Zauber zieht uns durch die engen Gassen vorbei an den vielen Künstlern, wobei wir gerade eine ungünstige Zeit erwischten, denn viele hielten ihre Geschäfte an diesem Tag geschlossen. Aber der Weg führt uns auch an einigen noch zerstörten Gebäuden vorbei, die Zeuge von dem Erdbeben sind und vielleicht auch ein Mahnmal für die Besucher sind, die an die Vergänglichkeit des Lebens erinnern. So hatten wir trotzdem allerhand zu entdecken und bestaunen.

 

Eine ganz besondere Ecke ist die Casa La Barca. Allerspätestens hier fühlt man sich, als ob man in ein anderes Zeitalter versetzt wurde. Ein paar freundliche, zuvorkommende Männer leben hier und empfangen die Gäste mit einer ganz besonderen Gastfreundschaft. Sieht man sich um, entdeckt man einiges an nicht zusammenpassenden alten Möbelstücken, die aber genau dadurch einen besonderen Flair verbreiten. Auch ein Glas Wein, den die Gäste gratis erhalten, darf hier nicht fehlen und während dem trinken hat man die nötige Ruhe, die ganzen Eindrücke dieses Plätzchens aufzunehmen. Mitten in dieser surrealen Welt springen Schweine und Gänse zwischen den Füßen herum und sorgen damit für gerade noch mehr Faszination.

 

Das Dorf ist auf jeden Fall einen Besuch wert und wir waren sicher nicht das letzte Mal dort.