Bali/Lombok

Diesmal nehmen wir euch mit in unsere Flitterwochen auf Lombok und Bali...

06.05.2018- Zürich ->Bangkok->Singapur->Lombok:

Endlich ist der Tag X da. Unser Abenteuer beginnt in Zürich am Flughafen. 

Pünktlich, wie es sich für ein deutsch-österreichisches Paar gehört, versuchten wir einzuchecken und hatten im Vorhinein schon den wunderbaren Plan, das lieber direkt am Flughafen zu machen. Ernüchtert stellten wir fest, dass der Plan nicht ganz aufzugehen scheint, denn erwartet wurden wir nicht vom Flughafenpersonal, sondern von einem fast ebenso netten und zuvorkommenden Automaten, der uns dazu einlud, die Boardkarten selber auszudrucken. Zu unserer Überraschung wurden bald nach der Anfreundung mit dem Gerät auch schon zwei von drei Boardkarten für unsere Reise gedruckt. 

Vom freundlichen Herrn, der unsere Koffer in die unendlichen Weiten des Flughafens schickte, wurden wir dann darauf hingewiesen, dass wir uns in Singapur noch einmal selber einchecken müssen. Ich bin ja gespannt, ob unsere Koffer nicht doch noch vorher in Lombok ankommen.

 

Nach einem unterhaltsamen Aufenthalt am Flughafen, führte uns der unterirdische Zug mit Bergklängen und Jodelgesängen die lange Strecke zu unserem Gate E, wor wir dann gleich daruaf schon das FLugzeug bestiegen.

Eine riesige Boeing 777-300 führt uns nun mit ein bisschen Verspätung (planmäßig: 17:55 Uhr, tatsächlich: 18:45 Uhr) in das 9.440 km entfernte Thailand und wir uns mit leckerem Essen versorgen. Ich bin schon gespannt, wie es schmeckt. 

Übrigens, das Gefühl in so einer Maschine zu sitzen, ist einfach genial. Man fühlt sich einfach riesig. Beim Start allerdings, finde ich nicht, dass man Unterschiede zu einer kleineren Maschine merkt. 

Fazit zum Essen- Zitat von meinem Mann: "Du kochst besser!"- Puh, Glück gehabt.... :) 

 

Die Maschine konnte die Verspätung tatsächlich einholen und wir landeten pünktlich in Bangkok, wir wir und dann gleich zu unserer nächsten Maschine begaben. Obwohl das Gate quasi daneben lag, entpuppte es sich doch als ein etwas schwierigeres Unterfangen auch dahin zu gelangen.. Zum Glück können die Angestellten doch recht gut Englisch, was die Wegbeschreibung doch etwas erleichterte. 

Genau rechtzeitig zum boarden, schafften wir es doch am richtigen Gate beim richtigen Eingang zu landen und bald schon ging die Reise nach Singapur weiter.

Diesmal schmeckte das Essen, mit dem wir verwöhnt wurden, schon ein bisschen besser. 

Voller Spannung erwarteten wir dann die Ankunft am nächsten Ziel- Singapur, mussten wir doch hier noch einmal einen Check-In vornehmen ohne Ahnung, wie das innerhalb eines Flughafens funktioniert.

Wenig später war es dann soweit. Weil wir doch nur wenig Zeit hatten und das neue Gate am gefühlten anderen Ende des Flughafens lag, schnappten wir uns gleich einen hilfsbereiten Angestellten, der uns den Weg dorthin erklärte. Ich glaube, ohne seine Hilfe würden wir immer noch auf dem Flughafen herumirren.

 

Nach einem kurzen Lauf bis zum Ende unseres Terminals, brachte uns der Skytrain in das nächsten Flughafengebäude, wo uns schon die Dame am Schalter von Silkair entgegen lächelte. Nach dem Check-In wurden wir noch einmal durch eine Sicherheitskontrolle geschleust. Diesmal aber mit einem technischen Gerät weniger, da das Handy meines Mannes auf dem Weg zum neuen Terminal irgendwo verloren ging. Hierbei stellten wir fest, dass die Kommunikation zwischen den einzelnen Airlines leider gar nicht funktioniert und die Zeit, um noch einmal zurückzulaufen und zu suchen, hatten wir leider nicht. So ging die Reise erstmal ohne zweites Handy weiter. 

Endlich erreichten wir dann auch unser Ziel- Lombok. Bereits am sehr kleinen Flughafen angekommen,  merkt man deutlich die sehr viel ärmere Kultur, in der wir nun sicher gelandet sind.

Langsam, aber sicher doch recht müde, erwarteten wir dann sehnsüchtig unsere Koffer- doch leider vergeblich. Nach einer halben Stunde, in der die Ankunftshalle immer leerer wurde und wir schließlich fast alleine zurück blieben, ahnten wir folgendes schon...

Wenig später wurde unsere Vorahnung vom freundlichen Angestellten im Lost and Found Büro ( es handelt sich dabei um einen kleinen wackeligen Tisch an der Wand der Gepäckausgabe) bestätigt. Sie hingen noch in Singapur fest, was doch wenig verwunderlich war. Sie werden voraussichtlich am 9.5.direkt ins Hotel nachgeliefert. 

Glücklicherweise hatten wir im Handgepäck ein paar frische Unterhosen und ein frisches Hemd dabei, denn ansonsten hätte wahrscheinlich jeder gleich mal einen riesen Bogen um die stinkenden Weißen gemacht. 

Zum Glück wartete unser Fahrer noch auf uns im Gewimmel der Menschen, die vor dem Flughafen standen, und mit ihrem Stimmengewirr die vorher herrschende Stille jäh durchbrachen. 

Im angenehm gekühlten Auto begann unsere Reise auf dem Landweg in das ca. 1h entfernte Sengiggi zu unserem (vorerst) Endziel- unserem Hotel Kila Sengiggi Beach.

Froh, endlich angekommen zu sein, erfuhren wir dort, dass unser Zimmer leider überbucht wurde. Allerdings waren wir deswegen nur ein wenig enttäuscht, bedeutete es doch, dass wir das Privileg hatten, eine Nacht in der hammermäßig schönen Pool-Villa zu nächtigen und alle Vorzüge eines privilegierten Lebensstils zu genießen. Und das taten wir dann auch in dem wir zuerst die riesige Badewanne ausprobierten und uns dann müde von der langen Reise gemütlich ins riesengroße Himmelbett kuschelten.

08.05.2018- Der Tag, an dem wir die wunderbare Villa wieder verlassen mussten...

Erholt von der langen Nacht wurden wir am nächsten Tag mit einem Golfwagen direkt von unserer Haustüre zum wunderschön gelegenen Frühstücksraum gefahren, wo uns herrliches Essen erwartete. Von warm zubereiteten Speisen, über frisches Brot, leckeres Obst, frisch gepressten Säften usw. bot das Buffet alles, was das Herz begehrte.

Frisch gestärkt sprangen wir dann noch in den Pool, der uns die Wartezeit auf das neue Zimmer extrem verkürzte. 

 

Den Rest des Tages brachten wir damit zu, die Gegend auf der Suche nach einem Bankomat (ATM) unsicher zu machen und dabei die im Zimmer bereitgelegten FlipFlops fast durchzulaufen. Auch wenn die Bewegung  an der noch ungewohnten heißen und leicht schwülen Luft sehr gut tat, hätten wir die FlipFlops sehr gut schonen können, weil wir schließlich in unmittelbarer Nähe des Hotels fündig wurden.

 

Übrigens auch essenstechnisch kommt hier keiner zu kurz. Da wir (absichtlich) nur Hotel mit Frühstück gebucht hatten, mussten wir natürlich unser Essen täglich selber "jagen". Es gibt aber überall unzählige Warungs, die zu einem Spoot-Preis ihre Menüs anbieten und direkt an der Straße frisch zubereiten. 

 

09.05.2018- Der Tag, an dem die Koffer kamen

Der Morgen startete gleich mit der Erkenntnis, dass das privilegierte Leben in der Pool-Villa zu Ende ist und wir wieder im "normalen, bodenständigen Leben" angekommen sind. Der Frühstücksraum war weit entfernt, keiner holte uns ab und es wurde von sehr viel mehr Gästen genossen, als in der Pool-Villa. Die Auswahl am Buffet war die Selbe zwar, wurde aber weitaus liebloser präsentiert. 

 

Gleich nach dem Frühstück machten wir uns fertig für die  anstehende Tour  durchs Land und zu wunderschönen Wasserfällen im Inneren der Insel mit einem am Vortag gemieteten Privatauto inklusive Reiseführer, der zwar nur gebrochen Englisch sprach, das aber durchaus ausreichte, um einen sehr interessanten Einblick ins Land zu gewinnen.  Mehr Detaisl folgen...

Den Pünktlichkeitstest bestand Ali- so hieß unser Fahrer- schon mal. 10 Minuten vor der vereinbarten Zeit stand er schon bereit. 

Munter quasselnd setzten wir uns Richtung Hindutempel in Bewegung. Vermutlich ist er einer der am wenigsten prunkvolle Tempel in der näheren Umgebung, aber trotzdem war es interessant zu sehen. Da Ali Moslem war (die vorherrschende Religion in Lombok), konnte er leider nicht viel über den Hinduismus erklären, außer, dass er vor Jahrhunderten durch einen Vulkanausbruch auf Bali, bei dem zahlreiche Menschen nach Lombok flüchten mussten, Einzug hielt. 

Dass es auf Lombok hauptsächlich Moslems gib, liegt übrigens an den früheren Handelsbeziehungen mit diesen Ländern, was auch für eine kleine Anzahl an Christen gilt, die durch die niederländische Kolonialisierung entstand und übrig blieb. 

Übrig blieb aber nicht nur die Religion, sondern auch Städte voller Häuser, die im typisch niederländischen Baustil gebaut wurden. 

Als nächster Stop war der bekannteste und größte Markt der Insel geplant. Dieser entpuppte sich als der Ort, der uns denke ich noch sehr lange in Gedanken verfolgen wird. 

Kaum betritt man das Marktgebiet, wird man von einem lauten Stimmengewirr empfangen, dem man anhört, dass hier an jedem Eck gefeilscht wird um Waren aller möglichen Art und von einem Gestank, der sich nur schwer in Worte fassen lässt. Es gibt hier alles! Angefangen bei frischem Gemüse und Obst, das es bei uns zu Hause gar nicht gibt, verschiedensten Ausfertigungen von Hühnerfleisch, das einfach ohne Kühlung auf Tischen gestapelt wird, Fisch, der schon von zahlreichen Fliegen belagert wird, trockene Früchte, Reis und Chili- ganz viel Chili! Unter diese Waren mischt sich aber noch der Geruch von Pferdeeäpfeln der Bauern, die hier ihre Ware verkaufen , abgestandenem und verschmutzten "Straßen" und Abfällen aller Art, die in jeder Ecke herumliegen. 

Immer noch geflasht von dem Erlebnis ging die Fahrt weiter furch zuerst überfüllte Straßen in den Städten und dann durch wunderschöne, fast schon romantische Reisfelder hindurch, wo man immer wieder Bauern bei der Arbeit beobachten konnte.

 

Abseits von den Städten an der Küste erlebt man das richtige Leben auf der INsel, das so gar nichts mit prunkvollen Häusern zu tun hat. Was man zu sehen bekommt sind armselige Hütten, gebaut aus Bambus mit einem Blechdach, das keinen stärkeren Wind auszuhalten scheint. Die Betten, ebenfalls aus Bambus gebaut, werden nur mit Tüchern belegt und dienen tagsüber als Essensplatz und nachts als Bett. 

Besitzt man auf Lombok ein Reisfeld, gehört man schon zu den reicheren Menschen. Allerdings reich ist man im Vergleich zur westlichen Kultur noch lange nicht, da es sich bei den Einnahmen mit Reis nicht um eine Einnahmequelle mit einem Fixwert handelt und sehr vom Markt abhängig ist. 

Nur etwa 2% der Bevölkerung Lomboks besitzen ein Reisfeld. 

 

Auf der Strecke zu den Wasserfällen kommt man doch immer wieder an hübschen Häusern vorbei. Diese, erklärt uns Ali, können sich aber nur diese leisten, die gut bezahlte Jobs in Malaysia oder Singapur haben und alles Geld dann ihren Familien schicken können.

Nach der langen, wunderschönen Fahrt gelangen wir doch noch zum Parkplatz vor den Wasserfällen, wo uns Ali ins Büro führte und allein ließ. Wie auch